Leseprobe "Das Erwachen des Mannes auf Camster"

 

Inhalt

Vorwort................................................................................................................................9

Camster..............................................................................................................................15

Die eine Wirklichkeit......................................................................................................27

Die andere Wirklichkeit..................................................................................................33

Das Erwachen auf Camster...........................................................................................39

Zwischen den beiden Wirklichkeiten..........................................................................99

Zerrissenheit trotzt beiden Wirklichkeiten.............................................................117

Einflussnahme der sanften Art.....................................................................................141

Danksagung, nicht schlecht, nur an wen?...............................................................173

Biographie.............................................................................................................................175

 

 

Erwachen

Wege ohne Ende und alle ungewiss. Wohlgeglaubte Krümel der

Sicherheit auf Scherben der Vergangenheit, nett auf den Weg gestreut.

Deine Kraft, die sich im Raum zum stummen Schrei krümmt, da das Ende der Erlösung niemals naht.

Der Weg, welcher gegangen, hinterlässt im Munde nur jenen Geschmack der fremden Bitterkeit,

die dein Herz vor Trauer erstarren lässt, da er nie der deine war.

Der Weg ist nicht das Ziel, dieser ist nur eine Illusion, da er sanft von außen deinen Geist umschmeichelt.

Deshalb mache dich auf, dein Herz von Trauer zu befreien, indem du es öffnest und mit anderen teilst

und dabei, der fremden Bitterkeit trotzend, in eine Zukunft gehst, die keiner kennt

… außer dein Herz, da es dem Unbekannten zutiefst verbunden ist.

 

Lass dein Herz erwachen, weil es neben all den Täuschungen des Geistes diesem nicht mehr traut.

Und der Geist, der traut dem Herzen nicht, da es ständig widersprüchlich spricht

… so widersprüchlich wie das Leben selbst.

 

Der Weg ist nicht das Ziel, das Erwachen ist es!

Michel Skala

 

Vorwort

Du hast Dir dieses Buch gekauft und nun brennt in Dir eine einzige Frage. Jene, ob es ein guter Kauf war, oder jene, die Du nicht auf Partys und in der alltäglichen Gesellschaft frohlockend und einfach stellen kannst, aber die dennoch dermaßen in Deinem Bewusstsein brennt, dass sie Dir Deine Nächte zum Tage werden lässt. Ist es die eine Frage nach dem Wandel oder nur jene Frage, die pure Angst auslöst, weil der Wandel bereits schon längst jene Grenzen in Dir überschritten hat und taub gewordene Spuren der Vergangenheit … zu verblassen beginnen? Nun bist Du hier und fragst Dich weiter, was Du tun wirst, wenn dieses Buch Deinen Wünschen nicht entsprechen wird, wenn dieses Buch Dich möglicherweise ängstigt oder tatsächlich eine Veränderung in Dir auslöst. Aber dazu ist es bereits zu spät. Du bist hier und liest meine Zeilen. Also, mach Dir nicht ins Hemd und lies weiter … Triff dafür am Ende des Buches eine Entscheidung, nämlich jene, begleitet mit der Frage, ob dieses Leben, welches Du gerade führst, Dein geschundenes Herz zum Brennen bringt…

 

Camster

… Die Zeit des Mannes hat sich stark gewandelt und die innere Zerrissenheit, die damit einhergeht, verflüchtigt auch noch seine letzten Kraftreserven und formt ihn langsam zu einem Wesen, das dem Weiblichen sehr nahe kommt. Die innere Zerrissenheit des Mannes wirkt nicht nur auf seine Beziehungsfähigkeit, sondern in all seinen alltäglichen Lebensanforderungen. Es ist höchste Zeit für die noch restlich verbleibenden Männer auf diesem Planeten, dass sie beginnen, ihre Ausdruckskraft und innerliche Ausrichtung zu suchen, zu verstehen und zu leben. Der Emanzipationsprozess des Mannes wurde nie aktiviert und deshalb wirkt sich die Wandlung des Mannes durch die feminine Seite so erfolgreich aus. Erst wenn der Mann seine Kraft wiederfindet und seinen rechtmäßigen Platz auf diesem Planeten einnimmt, lösen sich seine Zerrissenheit und alle Verrenkungen auf, die er zu der weiblichen Welt einnimmt. …

 

Erwachen auf Camster

… Ich stand ganz nah an dem Steinaltar und blickte die Wände an, die voll von verschiedensten Schriften, Zeichnungen und Symbolen waren. Zu meinem Erstaunen konnte ich kein weiteres menschliches Wesen hier erkennen. Ich war allein, es gab niemanden hier in diesem Raum. Ich stand da, ganz gebannt in meinen Gedanken, der Verlorenheit preisgegeben und konnte dem Gedanken nichts entgegenbringen, außer nur der Leere des Raumes, welcher meine Nähe suchte. Erst jetzt konnte ich den sanften, endlos erscheinenden Ton lokalisieren, welcher aus einem hohlen Stein austrat, der neben dem Altar lag. Ein kleines Loch in seiner Mitte versursachte den andauernden Ton, welcher sich offenbar durch die Zugluft in seinem Inneren in der ganzen Höhle ausbreitete. Ich beugte mich runter und hob den fußballgroßen Stein hoch und betrachtete seine Form. Auch dieser war, wie die Wände, mit Mustern und Symbolen versehen. Jetzt erkannte ich erst, dass das Loch in seiner Mitte auf der gegenüberliegenden Seite um ein Vielfaches größer war und sich spiralförmig in den Stein wölbte, so wie ein spiegelverkehrtes Schneckengehäuse. Die sonderbare Form des Steines zog regelrecht die Luft hinein und diese wurde zu einem Ton komprimiert, welcher auf der anderen Seite des Steines, aus dem viel kleineren Loch, austrat. Um den Stein genauer zu untersuchen, legte ich ihn auf den Steinaltar. Kaum hatte der Stein diesen berührt, wurde der Ton höher und lauter und selbst das Licht vom Kristall verstärkte sich im Raum. Erschrocken fuhr ich zurück und drehte mich schnell im Kreis, um festzustellen, ob dieses Ereignis etwas auf den Plan rief, was für mich Lebensgefahr bedeutet hätte. Doch nichts rührte sich und noch weniger gab es Bewegungen im Raum, die mich Gefahr erkennen ließen. Ich entspannte mich wieder und sah zu den Wänden rüber. Durch das stärkere Licht erkannte ich, dass es unterschiedliche Blöcke von Mustern und Symbolen an den Wänden gab.  …

…  Eines Tages während der Jagd, verschwand der Schneeleopard spurlos. Ich suchte ihn tage- und nächtelang und konnte ihn nicht finden. Dabei schleppte ich das Fleisch von dem erlegten Rentier ständig mit mir herum in der Hoffnung, bald auf ihn zu stoßen und mit ihm diese Beute zu teilen. Doch die Tage wechselten die Nächte und diese wiederum ergossen sich in diesem schimmernden Licht und nahmen mir die letzte Hoffnung, dass ich dieses Tier, nein, diesen Freund und Seelenverwandten, jemals wiederfinden würde. Ich trauerte um ihn eine Ewigkeit, die kein Ende finden konnte. Manchmal erschien es mir, als hätte ich etwas von ihm in der Ferne gesehen, nur beim Näherkommen erkannte ich wieder bitterlich, dass es nur meine Täuschung war und mir dieses vertraute Wesen für immer in die Ferne entrückte.  …

… Ich dachte, dass er mit dem Loslassen die Leere meine, die mich im Laufe der Zeit eingenommen hatte und war erstaunt festzustellen, dass er von etwas sprach, was ich noch nicht berücksichtigt hatte. »Möglicherweise habe ich es ähnlich erlebt, aber nie so klar wahrgenommen. Kannst du es mir noch genauer schildern?«, fragte ich. Er sah zu Boden und seine Augen formten sich zu Schlitzen, so, als würde er etwas aus der Tiefe seiner Seele hervorholen. Als er wieder den Mund öffnete und sprach, war das, was er sagte, wie ein Berühren meiner innersten Struktur, die seinen Worten nichts entgegenhalten konnte und die er mit Leichtigkeit durchdrang. …

… Er antwortete: „Das Loslassen ist wie eine Tür in uns, die, wenn wir bereitwillig den Dingen ihren Lauf lassen, uns dem Unbekannten ganz nahe bringt, ohne dass wir uns darin verlieren“ ….

 

Zwischen den beiden Wirklichkeiten

Als ich meine Augen wieder öffnete, lag ich in einem klapprigen Metallbett eines Spitals. Ich blickte mich um und konnte, durch das Licht geblendet, zunächst nicht alles erkennen. Als sich nach einer Weile meine Augen wieder an das Licht gewöhnt hatten, erblickte ich zwei Krankenschwestern, die neben meinem Bett standen, den Lebenserhaltungsapparat anstarrten und dabei heftig diskutierten. Sie bemerkten mein Erwachen, wechselten noch schnell ein paar Worte und liefen hektisch aus dem Zimmer. Ich blickte ihnen verständnislos zur offenen Tür nach und wollte ihnen noch etwas sagen, als ich eine weibliche Gestalt in dieser wahrnahm. Eine weibliche Form mit ihren bewegenden Rundungen und dem Swing in ihren Hüften. Nach so vielen Jahren der Einsamkeit dachte ich, mein Gott, ich habe es fast schon vergessen, wie Frauen aussehen und wie graziös sie sich doch bewegen können. Sie trat hinein und kam langsam näher. Ich konnte nur ihre Konturen erkennen; mein Blick war noch zu schwach, um Genaueres zu sehen, und als ich aus Ermüdung die Augen wieder schloss, spürte ich im nächsten Augenblick ihre Hand an meiner. Ich öffnete die Augen und blickte in zwei verweinte und zum Teil blau angelaufene Augen einer wunderschönen Frau. …

... In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen.

Michel Skala