Liebe auf Reisen öffnet nicht das Herz - nur die Sehnsucht…

Erinnerst du dich noch an die Berührung, ihre sanfte Hand auf deinem Hals, als suchte sie nach Liebe. Und dann, ihr Kuss, als würde sie weinen; gleichzeitig fordernd, als existiere keine Welt um euch.

Erinnere dich. Es war immer nur ein Versprechen, welches dein Herz teilte, aber niemals gewann. Aber was willst du tun, du liebendes Herz, wenn in jeder großen Stadt der Welt, eine Mona Lisa dir ein Lächeln schenkt? Sie, perfekt, mit jedem Pinselstrich des Lebens - zur Göttin gereift.

Sie reichten dir den Apfel der Liebe. Und du, hungrig, verloren, süchtig nach Nähe und einer Berührung, die so zart, so innig, so mächtig ist, um jede davor zum Verstummen zu bringen. In jeder Stadt warten sie, jene magischen Geschöpfe, an welche du die Worte verlierst – so berührend, nur für diese eine Nacht, mit dir…
Schattenhaft und doch so lieblich, verweilen sie in deiner Umarmung, wie ein sanftes Erzittern auf deiner Haut, und den Augenblick umschließend, einem Tropfen gleich - der im Meer versinkt.

Liebe auf Reisen, verweilt nur in der Erinnerung. Im Geist der Umarmung, der den Geschmack des Kusses verloren hat. Wo nur noch die Bitterkeit dein Herz umarmt und dich ersehnen lässt – dass sie, in der nächsten Stadt, den Ort eurer innigen, herzerwärmenden Umarmung - nicht vergessen hat.

Liebe auf Reisen mein Freund, verschüttet nicht nur die Gefühle jener, die dort noch immer auf dich warten. Nein sie verschüttet dich und dein Herz, welches gelernt hat, dass hinter jedem Abschied - nur die Stille folgt.

Deshalb gebt mir eine Verdorbene.
Die auf meinem Tisch tanzt - ich kaufe ihr alles, was sie verlangt…
Gebt mir die Verdorbenen, sie lösen die Sehnsucht aus, die der Himmel nie erfüllen kann. Sie kennen die Geheimnisse und das Entzücken. Und doch, bringen sie mich, auch wenn so fern - den Himmel nah. Ihr Schoß kennt den Frieden, der danach folgt, welcher den wundervollen Duft des Lebens trägt. Liebe auf Reisen ist das Wundervollste und gleichzeitig ein Gift, welches süßer nicht sein kann…

Alles was mir blieb, außer Sehnsucht – war jedes Wort zu viel…

Wien 06.05.2019

Es warst immer nur Du…

Die Sonne brannte höllisch an jenen Tag, als Du durch meine Gasse gingst.
Ich positionierte meine neuen Murmeln auf den Gehweg.
Bereit, diesmal die Grünen, die es mir besonders angetan haben, zu treffen.
Ich war sieben, behauptete mit Recht, dass es meine Gasse war.
Du lächeltest ohne jegliche Gegenwehr. Ich glaubte, dich erobert zu haben.
Doch Du stichst mir durchs Haar, beugtest dich zu mir herunter, dem Rebellen, der sein Revier zu verteidigen vermochte - und küsstest zart meine Wange.

Ich roch dein Haar, deinen süßen Duft, der nach allem Wunderbaren roch, welchen ich zuvor, noch niemals einatmete. Ein wenig nach Mutter, aber doch so fremd. Ich sah in deinen großen grünen Augen, mit den langen Wimpern, die sich wie Flügeln eines Engels im Rhythmus deines Lächelns - zu mir schwangen. Als du gingst und dich öfters zu mir wendetest, wusste ich, dass du es warst - für immer.

Die erste Liebe, wir lagen eng umschlungen in meinem VW Käfer.
Ich achtzehn und du, voller Liebreiz, als wüsstest du ein süßes Geheimnis.
Jede Berührung von dir, wie ein zarter Kuss, sagte mir - das warst du.

Viele Jahre fielen von mir ab, als wären sie nicht meine.
Ich lernte, wie man Liebe schreibt, und dass sie dennoch ein ewiges Geheimnis barg.
Meine Murmeln verloren sich in Schubladen des Lebens,
und ich, ich gab alles und auch nichts.

Irgendwann, nach einem Meer voller Lippen, nach einem Berg zerbrochener Herzen,
nach Trauer der Trennungen und Freuden der Begegnungen; an jenen Tag, wo ich glaubte, dich für immer verloren zu haben - kamst endlich du.

Es war nur ein Lächeln und doch trug es mehr, als jede Berührung davor.
Ich habe dich nie wegen deiner Schönheit geliebt.
Du bist die Freude und der Schmerz meines Lebens.
Du hast meine Sehnsucht gelöscht, gabst Frieden meinem wachen Herzen.
Deine Augen verliehen mir die Kraft, alles zu schaffen - unbesiegbar zu sein.

In deinen Augen, die mich magisch anzogen, warst immer nur du.
In dem Lächeln, welches mir die Luft zum Atmen gab, warst immer nur du.
In der Berührung, die mein Herz zum Brennen brachte, warst immer nur du.
Und in deiner Stimme lag jedes Mal der süße zärtliche Kuss verborgen.

Denn du - warst immer nur du – wie an jenen sonnigen Tag.

Wien am 21.04.2019

Tanze, tanze mein Herz...

Ich habe nicht mehr die Kraft, deine Lippen zu suchen, die mich küssten. Ich vermag nicht mehr zu glauben, an uns oder an das, was aus uns werden kann. Es gab nichts mehr zwischen uns - nur die Wahrheit. Jene bittere Erscheinung, die wir in der Hitze unserer Berührungen, am wenigsten beachteten.

Tanze, tanze mein Herz. Denn du bist ohne sie im Reinen, so wie an jenen Morgen, als sie ging.

Ich spüre nicht mehr deine Lippen, die mich küssten. Ich spüre nicht mehr deine Hände, die mich einst umarmten. Es fehlt die Wärme deiner Seele, die mich einst tröstete. Ich habe nicht mehr deine Liebe, die die Fähigkeit besaß, mich zu heilen

Tanze, tanze mein Herz. Siehe das Leben, so vergänglich – hält Vieles bereit.

Die Kirschen sind wieder erblüht, so wie letztes Jahr. In deinem Garten, deinem Schoß, welcher niemals entfernter war, wie jetzt. Unser Garten wurde uns beiden verwehrt, durch jene Wahrheit, die sich verlor, in der Zeit.

Tanze, tanze mein Herz, tanze - auch wenn nicht mehr - zu zweit…

Wien, 10.04.2019

Mut...

… auch Wagemut oder Beherztheit genannt, bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen. Das heißt auch, sich in eine gefahrenhaltige, mit Unsicherheiten verbundene, Situation zu begeben. Da unsere Angst nicht von verschütteten Emotionen in uns, bewirkt wird, da diese Emotionen bereits selbst mit Angst beseelt wurden, steuert nur unser Mind, diese Angst. Somit bedeutet Mut - Kraft des Denkens.

Viele von uns verwechseln noch immer Mut mit Dummheit. Sich ins Schlachtgetümmel zu stürzen ist leicht und der dümmste Bauer ist dieser Aufgabe gewachsen. Wahrer Mut jedoch, zeigt sich darin, zu leben, wenn Leben das Richtige, und sterben, wenn Sterben das richtige ist.
Der spirituelle Aspekt des Mutes zeigt sich in der Gelassenheit, der ruhigen Präsenz des Geistes. Gelassenheit ist Mut in Ruhe. Sozusagen die statische Manifestation der Tapferkeit.

Konfuzius sagte einst zu Mut und formulierte es über dessen Gegenteil: Zu erkennen, was richtig ist und das Richtige nicht zu tun, zeugt von fehlendem Mut. Somit bedeutet Mut auch - das Richtige tun.

Ein wahrhaft tapferer Mann ist immer gelassen, immer schon vorbereitet auf das, was geschieht. Nichts stört den Gleichmut seines Geistes. Im Fieber der Schlacht bleibt er kühl, Ruhe bewahrt er, auch wenn sich um ihn herum Katastrophen ereignen. Wahre Größe bewundern wir an dem, der in bedrohlicher Nähe von Tod und Gefahr Selbstbeherrschung bewahrt, der zum Beispiel unter Lebensgefahr ein Gedicht schreiben kann oder im Angesicht des Todes ein Lied summt. Dinge, die einem gewöhnlichen Menschen sehr ernst sind, gelten dem tapferen vielleicht nur als Spiel.

In der Tat verlangen Tapferkeit und Ehre gleichermaßen, dass wir als Feinde im Krieg nur die akzeptieren, die sich im Frieden der Freundschaft als würdig erwiesen haben. Wenn Tapferkeit diese Höhe erreicht, ist sie der Milde verwandt. Weil wahrhaftig mutige Menschen – Milde besitzen. Besitzen sie kein Milde, sind sie jenen Narren gleich, die oben erwähnt, sich dumm ins Schlachtgetümmel stürzen.

Die Gleichung zu dem Ganzen lautet: Wenn Menschen, in der Ausdruckskraft ihres Denkens, das Richtige tun, besitzen sie beides – Milde und Mut.

Diese beiden Wesenheiten, die wir in dieser Zeit, wo alles in Bewegung gerät – am dringendsten benötigen.

Wien am 05.04.2019

Distanz...

Ist etwas, was uns, vielleicht schon längst fehlt. In Europa oder gar auf der ganzen weiten Welt. Warum? Weil wir unsere Begabung zu Distanz immer mehr verlieren. Verschüttet in der Reizüberflutung unserer Zeit, gehen ihr langsam die Lichter aus. Wo überwiegend und schnell auf alles und jedem reagiert wird, wo großer Schaden angerichtet wird – eben, weil die nötige Distanz fehlte.


Distanz kann sich auf vieles beziehen. Es kann ein Raum sein, eine Entfernung, aber auch eine Art von Zurückhaltung und innerer Abstand zu den Dingen des Lebens, die auf uns einen Reiz ausüben. Distanz im Sport kann über Sieg und Niederlage entscheiden, sowie auch beim Militär oder im Kampfsport. Distanz ist der Raum, welcher unser Geist einnimmt, um Handlung in die Welt zu tragen. Und Distanz kann auch Bestrafung sein, für jene die wir meiden. Distanz kann aber genauso heilsam sein, weil sie den Raum in uns öffnet, um uns wieder selbst zu finden. Distanz kann unter Liebenden der Himmel oder auch die Hölle sein.


Distanz lässt uns atmen. Distanz erlaubt uns, anders zu denken. Distanz gibt uns einen freieren Blick auf die Dinge, die um uns sind, die uns beschäftigen oder Angst verursachen. Distanz trägt viele Lösungen der Welt in sich. Und gleichzeitig, bewirkt Distanz, wenn wir uns fallen lassen, dass wir uns in diese verlieren.

Die Ambivalenz der Distanz ist mannigfaltig. Sie zu verstehen, anzuwenden und sie zuzulassen - eine der größten Herausforderungen unserer heutigen Zeit. Wie ein Tänzer, sie zu spüren, wie ein Boxer sie zu bestimmen, wie ein Liebender, in ihr aufzugehen oder wie eine Empfindung – die lachen und weinen darf.
Wir brauchen mehr Mut zur Distanz, weil sie auch Angst verursacht. Angst zu versagen, Angst verlassen zu werden, Angst ihr nicht mehr her zu werden. Dennoch ist sie erstrebenswert und jeder von uns, der sie verloren hat, kennt den Schmerz, der deine Brust zerreißt, weil jeder Reiz, wie Pfeile deine Haut durchbohren. Weil manches Wort, Ohrfeigen gleich, deine Gefühle zu bersten bringen.


Denkt darüber nach, sucht nach eurer eigenen Distanz, nach dem Raum in euch, weil Distanz auch die Mitte bestimmt in der wir uns bewegen. Lasst euch auf sie ein, werdet zu Meister der Distanz, denn sie wird auch das letzte sein, was euch vom Leben und Tod, trennt.

Somit ist Distanz auch eine Wohltat, die uns erlaubt – wieder Mensch zu sein…
Wien, 01.04.2019

Mein Leben mit der Kirschblüte...

Das Leben hat mich gelehrt – dass die Kirschen – erst dann von den Ästen fallen – wenn sie gereift sind. Das lehrt uns der Weg der Kirschblüte – das ist Bushido in seiner reinsten Form. Nämlich darauf zu vertrauen, dass nichts erzwungen, nichts erdacht und nichts begegnet werden kann – ohne die nötigen Reife. Und die Stille, die beim Fallen entsteht – ist der Raum, den unsere Seele für einen Augenblick einnimmt.

Wien 10.01.2019

Einsamkeit

Einsamkeit der Menschen beginnt erst dort – wo nichts mehr existiert – wonach wir streben.

Wien, 24.11.2018

Es gibt da etwas, was mich nicht möchte …

Es gibt da etwas, in dem, was mich nicht möchte.

Die erste Begegnung, wie ein frischer Sommerwind,

der nach einem Regen, die Erde atmen lässt - und meine Seele erquickt.

Doch dein Blick, so strahlend, so bewegend, ließ mich stehen, als hätte es mich nie gegeben.

Da gibt es etwas, in dem, was mich nicht möchte.

 

Was bleibt, ist nur der Raum für Trauer,

Ich sehe dir zu, wie gut gelaunt du dich bewegst,

einem Schmetterling gleich - um meine Trauer.

Es gibt da etwas, in dem - warum du mich nicht möchtest.

Etwas, wo du selbst nicht weisst, welchen Namen es trägt.

Alle Zeichen in mir stehen, auf berühr mich, ganz gleich wann, ganz gleich wo,

doch da gibt es etwas in deiner Stimme - was mich nicht möchte.

 

Ich hör dir zu, wie du mit sanften Worten mein Verlangen umschmeichelst,

mich umwirbst und Zuneigung mit Lügen bedeckst.

Lügen die mein Herz zerreißen, weil da etwas ist – was mich nicht möchte.

…weil da auch etwas ist, in dem – weil ich dich - nicht möchte…

 

Wien 18.08.2018

Umarme mich, noch ein letztes Mal…

Bevor der Morgen naht. Umarme mich fester, damit das Verlorene in mir erwacht. Umarme mich und lass mich nie mehr los, bevor die Kälte dieser Welt mein Herz umfasst.

Geb mich gestern frei, geb mich heute frei, lass mich irgendwann frei, aber lass mich jetzt nicht los, denn ohne deine Nähe endet jedes Leben in mir. Jede Distanz zu dir erzeugt mehr Schmerz, als was mein Herz ertragen kann. Las mich jetzt nicht los, in der Stunde der Zeit, wo Liebe entsteht und Liebe vergeht, wo alles endet, als wäre es nie geboren.

Umarme mich noch ein letztes Mal, bevor entartete Vögeln, den Krähen gleich, aus Felsen entspringen und nach meinem Herzen greifen. Jenen Ort in mir, der nur noch deinen Namen trägt.

Umarme mich und lass nicht zu, dass sie dich aus mir rauben. Ich habe nur noch dich und ich weiss nicht wie viel diese Liebe wert ist, wenn sie mein Herz verlässt. Was aus ihr wird, wenn sie deinen Herzschlag an meiner Brust nicht mehr spürt. Ich habe sie nie für dich aufgehoben, nur in deiner Umarmung verschüttet, als gebe es nichts auf dieser Welt – wie dich.

Geb unseren Jahren nicht die Herrschaft, die sie nicht verdienen. Sie suchen nur nach Lügen, so als wären sie in Eile. So als würden sie etwas festhalten, was sie schon längst verloren. Etwas was sie müder macht. Müder als unsere Berührungen die fähig sind, aus Asche, noch immer Feuer zu entfachen. Umarme mich und sehe diese Sterne am Himmel, den unerfüllten Wünsche gleich, für eine Nacht, für eine Umarmung, sie vergehen in dieser Nacht.

Unser Morgen gebärt neue, die sich nie erfüllen, weil sie nie wirklich den Himmel berühren. Umarme mich noch heute, oder morgen oder an irgendeinen anderen Tag, umarme mich und lass mich vergessen, dass diese Welt zu Ende geht, bevor ihre kalte Hand nach unserem Herzen greift.

Umarme mich jetzt, oder morgen, oder an irgendeinen anderen Tag…

Wien 20.07.2018

Bushido

Der Weg des Kriegers – ist der Weg der Wachheit. Im Bewusstsein, dass jeder Tag das Wesen von Kirschblüten inne hat – in ihrer Schönheit, Zartheit und Vergänglichkeit.

Wien, 06.07.2018

Anderswelt

Diese Welt, wie uns die Erziehung und Gesellschaft vorgegeben hat, zerbricht ihr Band der Kondition, wenn Kraft in unser Leben tritt. Und dennoch sind ihre Fundamente, die wir Wirklichkeit nennen - Schutz für unseren Geist. Denn außerhalb dieser Wirklichkeit weht ein Sturm, der jeden fortträgt, der nicht genügen Kraft gesammelt hat. Berühren wir jedoch eines Tages dieses zarte Band der Wirklichkeit – nehmen wir das flüstern des Windes, das Rascheln des Laubes im Wind, oder den Ruf von Tieren, so wahr - als berührte uns jemand…

Wien, 13.06.2018

Weg und Ziel

Der Weg war niemals das Ziel – sondern das Ankommen. Den Luser befriedigt der Weg – das Ankommen den Sieger. Die Erkenntnis paart sich mit dem Schmerz des Versagens – und erkennt dabei, keines von beiden. Das Ziel ist eine Illusion und der Weg sein Schatten…

Wien 02.03.2018

Kannst Du dich noch daran erinnern ...

Kannst Du dich noch daran erinnern wie Du einst zu mir sagtest, dass Du mich liebst,  

und wie dein Körper vor Leidenschaft brannte, wie nie zuvor?

Erinnerst Du dich noch an die Liebe, die uns beiden die Sinne raubte und wie Du noch sagtest, dass meine Hände zu brennen begannen, wenn sie dich berührten …

Kannst Du dich noch erinnern, als sich unsere Herzen ineinander ergossen und wir im Meer unserer Gefühle dem Ertrinken nahe waren, uns gegenseitig einatmeten, als gebe es keinen Morgen ...  Und kannst Du dich an den Morgen erinnern, welcher viel zu früh den Tag erweckte, viel zu früh für unser ausgeschüttetes Herz …

Ich schlief,  war versunken in mir, und konnte dich nicht spüren, als du gingst …

Deine Bettseite war noch warm, als ich dich suchte und nur noch meine Gedanken trugen die verspielte Leidenschaft der letzten Nacht …

Du warst nicht da und der Morgen trug die Bitterkeit in sich, welche der Abend nicht ausgleichen konnte. Diese Leere ergoss sich in den Erwartungen des Tages, welcher noch so jungfräulich mit seiner Morgenröte den anfänglichen Tag flutete.

Ich blickte aus dem Fenster und beobachtete das Treiben auf der Straße. Deine Bettseite blieb leer. So aufgewühlt als hättest du letzte Nacht etwas vergessen. Und wieder durchbrach ein Schrei mein Herz nach Nähe die der Morgen um keinen Preis erwärmen konnte und ich verstummte mit den Morgen, welcher als einziger meine Nähe suchte …

Erinnerst Du dich …

Nis 25.12.2015

Freier Geist

Bei den Urvölkern Europas galt der Vogel, weil er in den Lüften lebte, als Geist- und Spirit-Bringer. Die Luft wurde dem Mentalbereich zugeordnet da sie so wie unser Geist empfänglich und flüchtig ist. Wenn der Geist frei bleibt, dann kann er sich entfalten und wachsen und seine Grenzen kennt nur noch der unendliche Raum in dem er sich ergießt. Der offene Vogelkäfig symbolisiert für mich diese geistige Freiheit.

Niemals klang Freiheit süßer als aus dem Munde jener, die sie einst in Liedern besungen haben. Jedoch die Sklaverei hat nie aufgehört zu existieren. Sie hat sich nur gewandelt, so wie ihre Lieder die noch immer unser Herz berühren. Die körperliche Sklaverei haben wir noch bitter wahrgenommen, auf die geistige Sklaverei dagegen singen wir heute Loblieder und sogar auf die Sklavenhalter selbst.

In diesem Sinne, ... lasst den Käfig offen!

- Michel Skala -

Wien 18.10.2013

Imagination

Mit seiner Vorstellungskraft schuf das Wesen Mensch eine Welt auf diesem Planeten, die es ihm ermöglichte zu überleben. Alle seine Imaginationen manifestierten sich in unsere Götter, Zivilisationen und Kulturen, Wissenschaft und Technik, Musik und Kunst und letztendlich auch in seinem magischen Wirken auf diese Welt.

Um geistige Freiheit zu erlangen und diese auch dauerhaft zu bewahren, perfektionierte dieses Wesen seine Grundfähigkeit willentlich Bilder im Kopf zu erschaffen. Diese geistige Evolution stagnierte in dem Augenblick, als wir zuließen, dass uns fremde Bilder im Kopf projiziert wurden. Fremde Bilder besitzen zwar eine bewegende Kraft in uns, nur ihr Wirken lässt unsere eigene Vorstellungskraft verkümmern.

Dabei ist die Imagination auch jene Kraft in uns, die dafür Sorge trägt, dass unsere bildlichen Vorstellungen den Weg zur Wirklichkeit finden. Wenn eines Tages unsere letzte Stunde auf diesen Planeten naht, dann ist sie es auch, die uns dem Tode entreißt und auf ein anderes Lichtband der Existenz trägt.

Imagination ist der magische und alles transformierende Teil unserer Existenz. Wenn wir diese Gabe verlieren, verliert unsere Spezies seine Freiheit auf diesen Planeten.

Sowie auch die letzte Freiheit …über den Tod zu bestimmen.

- MIchel Skala -

Wien 08.09.2013

Frauen

Kein Mann auf dieser Welt ist der Wahrheit ferner, als jener, der glaubt die Frauen zu verstehen.

- Michel Skala -

Weg

Am Anfang unserer Wege, sehen wir, dass Sie überall hinführen und am Ende unserer Wege erkennen wir, dass sie nirgendwo hinführten. Alle Wege führen Nirgendwohin, nur der eine ist mit Herz, und trotz dessen, dass er nirgends hinführt, ist er es wert, seine volle Länge zu gehen.

- Michel Skala -

Kraft

Irgendwann erkennen wir, dass die an uns gestellten Aufgaben nicht die Hürden sind, und in einem kurzen Moment, einen Hauch des Atems, bevor unser Bewusstsein das Scheitern umarmt, bildet sich eine Kraft in uns, die uns über diese Aufgabe erhebt und dabei erkennen lässt … dass nur wir die Hürde waren.

- Michel Skala -

Wien 31.10.2013

Erwachen

Wege ohne Ende und alle ungewiss.

Wohlgeglaubte Krümel der Sicherheit auf Scherben der Vergangenheit

... nett auf den Weg gestreut.

 

Deine Kraft, die sich im Raum zum stummen Schrei krümmt,

da das Ende der Erlösung niemals naht.

Der Weg, welcher gegangen, hinterlässt im Munde nur jenen Geschmack der fremden Bitterkeit

… weil er nie der deine war.

 

Der Weg ist nicht das Ziel, dieser ist nur eine Illusion,

da er sanft von außen deinen Kopf umschmeichelt.

Deshalb mache dich auf, dein Herz von Trauer zu befreien,

indem du es öffnest und mit anderen teilst und dabei,

der fremden Bitterkeit trotzend, in eine Zukunft gehst, die keiner kennt

... außer dein Herz, da es dem Unbekannten zutiefst verbunden ist.

 

Lass dein Herz erwachen, weil es neben all den Täuschungen des Kopfes diesem nicht mehr traut.

Und der Kopf, der traut dem Herzen nicht, da es ständig widersprüchlich spricht

... so widersprüchlich wie das Leben selbst.

 

Der Weg ist nicht das Ziel, das Erwachen im Herzen ist es !

Wien, 18.10.2013  - Michel -

Geduld

Geduld ist die Stille in uns bevor Bewegung nach außen erfolgt.

Und es ist auch der Raum in uns welcher uns vor Schäden schützt, die wir sonst so anrichten.

Wien, 02.06.2012 - Michel Skala -